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Informationen bereitgestellt durch die Agentur für Erneuerbare Energien

Tiefe Geothermie

Technisch eignet sich prinzipiell jeder tiefe Untergrund für die Erdwärmeerschließung. Die Wärme ist in der Tiefe überall vorhanden. Man braucht „lediglich“ die passenden Verfahren, um sie an die Oberfläche zu bringen.

Eine Übersicht zu den geologisch besonders geeigneten Regionen für die Tiefengeothermie gibt es beim BINE Informationsdienst. Langjährige Erfahrungen gibt es vor allem in Regionen mit Thermalwasservorkommen (hydrothermale Geothermie), die sich auch für eine Verstromung eignen. Drei Gebiete spielen dabei eine besondere Rolle: das Norddeutsche Tiefland, das Oberrheintal und das Gebiet zwischen Donau und Alpen (das sog. Süddeutsche Molassebecken). Entlang dem Oberrhein und in Südbayern werden dabei vielfach Temperaturen angetroffen, die sich auch für eine Verstromung eignen.Wenn die Gemeinde in einer Gegend liegt, wo die Erde in geringer Tiefe besonders warm ist, drängt sich die Erdwärmenutzung geradezu auf.

Noch in der Erprobung sind das Hot-Dry-Rock-(HDR) und vergleichbare Verfahren, bei denen im Untergrund vorhandene Risse und Klüfte aufgeweitet und wassergängig gemacht werden. Hier ist das Potenzial quasi unerschöpflich.


Investitionen und Finanzierung
Allerdings sind die Investitionen in Tiefengeothermie-Projekte wegen der tiefen Bohrungen und der für die Verteilung der Wärme notwendigen Wärmenetze sehr hoch. Als problematisch für die Finanzierung gilt vor allem das Fündigkeitsrisiko – ob die Bohrung tatsächlich auf die prognostizierten Wassermengen und hohe Temperaturen trifft. Bislang spielten deshalb öffentliche Fördermittel eine initiierende Rolle. Bei den meisten der gegenwärtig in Betrieb und in Planung befindlichen Systeme sind die Kommunen beteiligt, entweder indirekt über ihre Stadtwerke oder direkt über kommunale Gesellschaften oder Zweckverbände. Zwei Beispiele: Für die geothermische Strom- und Wärmeerzeugung in Landau mit drei Megawatt elektrischer und fünf Megawatt thermischer Leistung liegen die Investitionskosten bei etwa 20 Millionen Euro, inklusive Zinsen und Nebenkosten. Beim kommunalen Geothermieprojekt in Unterhaching mit 3,4 Megawatt elektrischer und 40 Megawatt thermischer Leistung belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 70 Millionen Euro. Rund ein Drittel des Wärmebedarfs der Gemeinde Unterhaching kann damit gedeckt werden.