Quartierskonzept Bovenden

pdfProjektarbeit Rathausplatz

Projektarbeit Rathausplatz

pdf1. Infobrief (12.02.2021)

1. Infobrief (12.02.2021)

pdf2. Infobrief (11.05.2021)

2. Infobrief (11.05.2021)

 

Ansprechpartner:

Benjamin Dörr
(Energieagentur)

Tel.: 0551 / 384 213 51
doerr(at)energieagentur-goettingen.de


Herr Wiekenberg
(Flecken Bovenden)

Tel.: 0551 / 8201 170
wiekenberg(at)bovenden.de

 

Auftraggeber:
Flecken Bovenden

Quartierskonzept Bovenden

Der Flecken Bovenden möchte seinen Beitrag zum Klimaschutz erweitern und somit einen Anteil zu den Klimaschutzzielen des Landkreises Göttingen, sowie des Landes und der Bundesrepublik leisten. Hierzu nimmt der Flecken Fördermittel des Bundes in Anspruch, um zusammen mit den Bürger*innen ein integriertes energetisches Quartierskonzept zu entwickeln. Gemeinsam mit dem  Ingenieurbüro target aus Hameln unterstützen wir die Entwicklung.

Ziel der Bundesregierung ist es, durch die Förderung den Kohlendioxid-Ausstoß im Gebäudebereich zu senken. Quartierskonzepte leisten einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude, der Infrastruktur und zur Wärme- und Kälteversorgung.

Das fertige Quartierskonzept bietet den Hausbesitzer*innen und Bewohner*innen im Quartier sowie im ganzen Flecken Bovenden einen Leitfaden, um klimaschützende sowie kostensparende energetische Maßnahmen umzusetzen. Über die energetischen Maßnahmen hinaus, kann ein Quartierskonzept auch Maßnahmen enthalten, die einen Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität, nachhaltigem Leben und der Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität im Quartier leisten.

Karte des Quartiers in Bovenden

Das Quartier liegt im Kern von Bovenden rund um das Rathaus. Es umfasst Gebäude der Straßen Am Junkernberge, Am Korbhofe, Am Teiche, Südring und Rathausplatz (Liste aller Gebäude). Für diesen Bereich berechnet das Ingenieurbüro, wie viel CO2 im Quartier entsteht und welche Einsparmöglichkeiten es gibt. Großes Potenzial birgt die Erneuerung und Erweiterung des bestehenden Nahwärmenetzes rund um das Rathaus. Auch die Nutzung von Solarenergie und die Sanierung der Gebäude im Quartier könnten die Nutzung von fossilen Brennstoffen verringern. Ein wichtiges Projekt ist die Neugestaltung des Rathausplatzes: Wie kann dieser ansprechender und mit weniger Barrieren gestaltet werden? Wie kann der Wochenmarkt davon profitieren?

Nach Fertigstellung des Konzeptes besteht die Möglichkeit weitere Fördermittel in Anspruch zu nehmen, um die Projekte aus dem Konzept fortzusetzen.

Das Quartierskonzept


Weshalb dort?

Seit Fertigstellung des Rathauses im Jahr 1975 betreiben die Gemeindewerke Bovenden ein Nahwärmenetz. Dieses versorgt das Rathaus, das Bürgerhaus, die Turnhalle und die Grundschule, Wohngebäude am Korbhof sowie das Hochhaus zwischen Rathaus und Bürgerhaus mit Wärme. Auch das Wohn- und Gewerbezentrum wird mit Nahwärme versorgt. Nun ist die Heizzentrale in die Jahre gekommen und soll erneuert werden. In Zeiten von CO2-Steuer und Klimakatastrophe sollen erneuerbare Ressourcen zur Wärmeerzeugung genutzt und neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Außerdem bietet die Neuausrichtung der Wärmeversorgung die Möglichkeit, das Netz zu erweitern.

Die einheitliche Struktur und der Sanierungszustand der Gebäude bilden zusammen mit der verdichteten Bauweise, der zu erwartenden demographischen Entwicklung sowie weiteren Faktoren ideale Voraussetzungen für die Erstellung und Umsetzung eines Quartiers- und damit eines Nahwärmekonzeptes.

Öffentliche Räume wie der Rathaus- bzw. Marktplatz sollen ebenso bedacht werden wie Hausfassaden und gebäudeübergreifende Wärmekonzepte. Häuser und Wohnungen sollen energiesparender werden und möglichst mit Strom und Wärme aus der Nachbarschaft sicher versorgt werden.

Ablauf

Zu Beginn werden ein Jahr lang im engen Dialog mit allen Beteiligten die Themen besprochen werden, die den Bewohner*innen des Quartiers am Herzen liegen. Gemeinsam werden Ideen und Lösungen entwickelt. Die Konzeptentwicklung wird dabei kontinuierlich durch Beratung begleitet. Zugleich erfasst das Ingenieurbüro target die energetische Ist-Situation.

Sollte das Interesse der Quartiersbewohner*innen groß genug sein, ist eine Verlängerung um drei bis fünf Jahre geplant. Diese zweite Projektphase dient der Umsetzung des gemeinsam erarbeiteten Quartierskonzeptes.

Themenschwerpunkte:

  • Regenerative (Nah-)Wärmeversorgung
  • Wohnungseigentümergesetz-Novelle
  • Energetische Gebäudesanierung
  • Mieterstrom
  • Barrierefreies Wohnen
  • Demographie
  • Solarenergie

Bestandteile des fertigen Quartierskonzeptes:

  • Untersuchung des Gebäudebestandes (Ist-Bilanz zu Energieverbräuchen und CO2)
  • Ermittlung der Potenziale für Energieeinsparung /-effizienz und Erneuerbare Energien
  • Einbeziehung von Bürgern und Akteursgruppen
  • Untersuchung des Wärmenetzes
  • Berechnung von Szenarien für 203x
  • Maßnahmenkatalog zur Umsetzung

Anliegen Quartiersbewohner*innen

Im Februar haben wir mit dem Flecken Bovenden an alle Haushalte im Quartier am Rathaus Fragebögen verteilt. Die Rückmeldungen unterstützen den weiteren Planungsprozess für das integrierte energetische Quartierskonzept in Bovenden und helfen, die zukünftigen Maßnahmen an den Bedürfnissen der hier lebenden Bürger*innen auszurichten.

Folgende Ergebnisse lassen sich aus den Fragebögen ableiten:

  • Ein erster Überblick bei der Auswertung der Fragebögen weist auf ein großes Potential zur Energieeinsparung auf und dort vor allem in der Dämmung der Häuser. 
  • In den meisten Fällen wird der Aspekt der Kosteneinsparung gefolgt von Klimaschutz und dem Werterhalt der Immobilie als Motivation zur Durchführung energetischer Sanierungsmaßnahmen genannt. Bisher werden im Quartier zur Wärmeversorgung  ausnahmslos alle Haushalte mit Öl oder Gas versorgt.
  • Die meisten Befragten legen ihre alltäglichen Wege überwiegend zu Fuß oder mit dem Auto zurück. Fahrrad und Bus werden eher weniger genutzt. Das ÖPNV‑Angebot wird aber in fast allen Rückmeldungen als gut oder ausreichend bezeichnet. Etwa die Hälfte der Antwortenden zeigt ein Interesse an Elektromobilität, wenn sich die Rahmenbedingungen wie z.B. die Ladeinfrastruktur verbessern würden. 
  • Unterstützung wünschen sich einige Anwohner*innen bei konkreten Sanierungsvorhaben. Ein Großteil der Befragten erhofft sich Hilfe bei der Gestaltung des Wohnumfeldes. Die Top-Themen sind dabei die Neugestaltung des Rathausplatzes und die Energieeinsparung, dicht gefolgt von den Themenbereichen Ortsbild, Nahwärme und Erneuerbare Energien.

Die vollständige Auswertung finden Sie hier.