Plastikfrei einkaufen – ein Ratgeber für Göttingen

Plastikfrei einkaufen ist einfacher als Sie vielleicht denken. Wir zeigen Ihnen tolle Angebote und inspirierende Ideen: Sie erhalten Tipps, wie Sie Ihren Alltag plastikfrei gestalten können, erfahren, welche Läden es Ihnen leicht machen verpackungsfrei einzukaufen, und lernen unser Projekt „Klima shoppen“ kennen.

Erfahren Sie, warum unverpackt einkaufen eine so gute Idee ist:

Unverpackt einkaufen – warum?

Die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland nimmt stetig zu. Im Jahr 2017 wurde ein Höchststand erreicht: Mit 18,7 Millionen Tonnen haben wir pro Kopf 226,5 Kilogramm erzeugt. Vieles davon ist Plastikmüll. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So nutzen wir zum Beispiel zunehmend take-away-Angebote für Speisen und Getränke, essen immer mehr Fertiggerichte und nutzen gerne den Onlinehandel.

Für die Herstellung dieser Verpackungen werden viel Energie und Ressourcen wie Erdöl benötigt. Außerdem lassen sich die meisten Plastikverpackungen nur schlecht oder gar nicht recyceln und gelangen teilweise in die Umwelt. Im Plastikmüll können sich Tiere verfangen oder verwechseln ihn mit Nahrung, wodurch sie bei gefülltem Magen verhungern. Mit der Zeit zersetzt sich der Müll zu Mikroplastik, das viele weitere Probleme verursacht.

Damhirsch, der einen Kaffebecher frisst

Vermeiden wir diese Abfälle, schützen wir die Umwelt und sparen Energie und Ressourcen ein. Dadurch gelangt auch weniger CO2 in die Atmosphäre. So leistet plastikfreies Einkaufen einen Beitrag zum Klimaschutz.

Plastikmüll zu vermeiden ist also sinnvoll. Doch wie lässt sich diese Erkenntnis im Alltag umsetzen? Hier finden Sie fünf Tipps:

Wie kann ich im Alltag Plastikmüll vermeiden?

  1. Bringen Sie Ihre eigene Einkaufstasche mit und nutzen Sie diese solange wie möglich.

    Stofftasche zum Einkaufen
    Auch Stofftaschen benötigen in der Herstellung viel Wasser und Energie. Erst wenn sie immer wieder verwendet werden, sparen Sie neben dem Müll auch CO2 ein. Rucksäcke und Körbe helfen auch bei größeren Einkäufen.

  2. Kaufen Sie loses Obst und Gemüse.

    Wiederverwendbare Gemüsenetze und Gemüse
    Wenn Sie unverpackte Frischware kaufen, können Sie besser auswählen, was und wie viel Sie haben möchten. Häufig kommen Sie ganz ohne Verpackung aus. Falls nicht, können Sie wiederverwendbare Gemüsenetze kaufen. Übrigens: Auch immer mehr Wurst- und Käsetheken bieten die Möglichkeit, mitgebrachte Gefäße zu verwenden und auch beim Bäcker können Sie sich Ihr Brot in Ihren Stoffbeutel legen lassen.

  3. Kaufen Sie in Unverpackt-Läden ein.

    Einkaufen im Unverpackt-Laden
    In den letzten Jahren sind immer mehr Unverpackt-Läden eröffnet worden. Hier können Sie auch Lebensmittel ohne Verpackung kaufen, die es im Supermarkt meist nur vorverpackt gibt, wie zum Beispiel Mehl, Nudeln oder auch Backpulver. Bringen Sie einfach Ihr eigenes Gefäß mit oder kaufen vor Ort einen wiederverwendbaren Behälter.

  4. Kochen Sie selbst.

    Kochen zu Hause
    Frisch zubereitetes Essen ist nicht nur leckerer und gesünder als Fertiggerichte oder das Nudelgericht vom Lieferservice, es vermeidet auch ein Menge Müll.

  5. Nutzen Sie Alternativen zu Frischhaltefolien.

    Bienenwachstuch
    Anstelle von Frischhaltefolien können Sie zum Beispiel wiederwendbare Dosen und Schraubgläser nutzen. Bienenwachstücher sind ebenfalls gut geeignet und verschließen ähnlich wie Frischhaltefolie auch Gefäße ohne Deckel.

       

Dies sind nur einige von vielen Möglichkeiten, im Alltag weniger Plastikmüll zu erzeugen. Was sind Ihre Tipps? Schicken Sie Ihre Ideen an doerr@remove-this.energieagentur-goettingen.de. Wenn wir ausreichend viele Anregungen gesammelt haben, stellen wir sie hier als Download zur Verfügung.

Übrigens, wer sich in Göttingen für die Vermeidung von Plastikmüll und klimafreundlichen Konsum engagiert, wird von uns belohnt:

Klima shoppen in Göttingen

Zusammen mit Unternehmen in der Göttinger Innenstadt zeigen wir Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie klimafreundlich einkaufen, essen und trinken können. Wer hier mitmacht, kann unser Klimaschutz-Paket erhalten. Darin finden Sie unter anderem weitere Möglichkeiten zum Plastiksparen, wie einen wiederverwendbaren Becher für to-go-Getränke, ein Bienenwachspapier oder Strohhalme aus Bambus. Hier erfahren sie, wie Sie mitmachen können.

Verschiedene Produkte zum klimafreundlichen Einkaufen

Plastikfrei einkaufen in Göttingen

Auch in Göttingen gibt es mittlerweile einige Anbieter, die es Ihnen leicht machen, Verpackungsmüll zu vermeiden. Bei Zerowaste Göttingen finden Sie eine Übersichtskarte mit Geschäften sowie eine Kurzbeschreibung des jeweiligen Angebots.

Initiativen zur Müllvermeidung und weitere Links

Sie möchten noch mehr erfahren oder sich über Ihr eigenes Konsumverhalten hinaus für die Vermeidung von Plastikmüll einsetzen? Dann haben wir folgende Tipps für Sie:

zerowaste Göttingen | Anlaufstelle für alle, die mehr zum Thema Müllvermeidung erfahren wollen.

Cradle 2 Cradle Göttingen | Cradle 2 Cradle ist ein Konzept, wie unsere Wirtschaft ohne Müll funktionieren kann.

wastelandrebel.com | Die Bloggerin Shia zeigt, wie Sie Müllvermeidung unkompliziert in Ihren Alltag integrieren können.

Shia und ihr Mann zusammen mit Benjamin Doerr von der Energieagentur Region Goettingen

BUNDjugend Göttingen | Die Kreisgruppe Göttingen beschäftigt sich mit den Thema Mikroplastik in den Weltmeeren.

Katholische Hochschulgruppe - AK Kritischer Konsum: Den Einkauf nachhaltig und sozial verantwortlich gestalten sowie thematische Veranstaltungen sind Themen des Arbeitskreises

Wie sie sehen, gibt es vielfältige Möglichkeiten und engagierte Menschen, die Ihnen helfen, wenn Sie Plastikmüll vermeiden möchten. Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben senden Sie eine E-Mail an doerr@remove-this.energieagentur-goettingen.de.